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Matschauge sei wachsam

Es läuft nicht alles glatt. Die Regenwassernutzung zum Beispiel. Die hat nämlich nicht nur nicht mehr funktioniert, sondern auch noch fürchterlich gestunken. Ein guter Grund für Wand, noch einmal ins Feld zu führen, was er nicht alles getan hat (stimmt, er hat den Müll raus gebracht und die Steuererklärung zu seinem Steuerberater geschickt!). Also hat Superwoman in Begleitung eines Stemmeisens sich selbst ans Werk gemacht.

Tatsächlich habe ich den tonnenschweren Betondeckel an die Seite bewegt, beherzt im Tank herum gestochert - so wie Wand das wahrscheinlich auch getan hätte – und festgestellt, dass ich nichts feststellen kann. Und dann bin ich gescheitert: Dieses Mistvieh von Deckel ließ sich von mir nicht mehr auf den Tank schieben. Das brachte mich nun wieder völlig aus der Fassung. Bäuchlings im Dreck, mutterseelenallein und von der Welt und vor allem von Wand im Stich gelassen, heulte ich mich durch den Dienstagvormittag.

Eine schlaue Frau hat mal gesagt, eine betrogene Ehefrau braucht wasserfestes Mascara. Recht hat sie. Und Klempner! Die habe ich schließlich zur Hilfe gerufen. Jetzt bin ich zwar finanziell ruiniert, aber es stinkt nicht mehr und der Deckel ist zu! Das muss ich den Kindern nun nur noch als fantastisches Weihnachtsgeschenk verkaufen: „Nein, Spielzeug gibt es dieses Jahr nicht, dafür riecht es bei uns aber auch nicht mehr unangenehm. Das ist doch auch toll, oder?“

Danach hätte das Leben fast wieder schön sein können, wenn nicht irgendeine, wahrscheinlich lebensbedrohende (mindestens!!!) Hautkrankheit mich entstellt hätte. Beide Augen leuchten tageweise in einem dezenten Feuerwehrrot. Und brennen so wie seinerzeit die Halle der ortsansässigen Großspedition.

Bevor ich mich jedoch dieses mal wieder weinend in den Dreck geworfen habe, bin ich gleich zum Fachmann gegangen, zum Arzt meines Vertrauens. Der wollte aber nicht so richtig ran, obwohl er doch die Möglichkeit hatte, ausgiebig in meine strahlend blauen Augen zu blicken! Statt Salbe gab es ne` Überweisung zum Hautarzt. Die Öffnungszeiten dieser Fachschaft liegen allerdings derart fernab der einer Redakteurin bei einer Lokalzeitung, dass ich den gelben Zettel direkt dem Altpapier übergab und stattdessen meine Kollegen zu Rate zog. „Cortison“, meinte mein allergieerfahrene Kollege aus dem Sport.

Eine Odyssee begann. Rein in die Apotheke, raus aus der Apotheke, den Arzt angerufen, wieder rein in die Apotheke, wieder raus aus der Apotheke, noch mal den Arzt angerufen... Ich musste meine ganze Überzeugungskraft nutzen, um ihm klar zu machen, dass ich nicht beabsichtige, mit einer Cortisonsalbe Medikamentenmissbrauch zu betreiben. Schließlich bekam ich sie - leider zu spät.

Nach einer wunderbaren Weihnachtsfeier mit den lieben Kollegen, inklusive ausreichend Rotwein und Verdauungshilfe (es gab Fisch, und der will bekanntlich schwimmen) schlurfte ich am nächsten Morgen – den Kopf fest in beiden Händen – zum Bäcker. Ganz bestimmt kein schöner Anblick! Und da stand sie natürlich, die Krankenschwester! Der letzte Rest Würde und Muskelspannung brachten mich noch rechtzeitig in die Hofeinfahrt meiner Nachbarn. Ja, jetzt könnte man zu Recht sagen, ich bin ein Feigling. Aber mit dem Matschauge? Ungekämmt? Und Übernächtigt? Nein, in diesem Fall bin ich mir Vollkommenheit schuldig. Nächstes Mal. Immerhin habe ich in den vergangenen Wochen schon sechs Kilo abgenommen. Figur ist also schon mal da.

Auch komisch eigentlich. Nach der Hochzeit habe ich acht Kilo zugenommen, jetzt sind sie fast weg. Scheint so, als ob ich endlich den ganzen Wand-Ballast verliere.

28.11.10 12:01

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