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Testosteron - die Wurzel allen Übels

Wer oder was ist also Schuld an der ganzen Misere, in der ich und höchstwahrscheinlich die andere Hälfte der Weltbevölkerung steckt? Wand ist es jedenfalls nicht. Im Gegenteil, er ist schwer gekränkt, dass ich ihm das alles so übel nehme.

Und seine smarte Krankenschwester ist genauswenig daran beteiligt, wie das Internet, in dem Wand ja auch die eine oder andere nette Bekanntschaft schloss. Nein, die Antwort ist eine ganz andere! Ich erhielt sie völlig unerwartet an einem späten Samstagabend. Zufällig erwachte ich nämlich vor einigen Monaten aus meinem Sofaschlummer bei der großen Samstagsreportage eines Privatsenders im Fernsehen. George, ehmals Gaby oder so, erzählte darin von seiner Geschlechstumwandlung. George-Gaby war ein netter, sensibler und mitfühlender Mensch, der an Liebe, Treue und Freundschaft glaubte. Doch dann kam es: allen Übels Wurzel, das TESTOSTERON! In wenigen Wochen verwandelte George-Gaby sich nämlich via Hormongabe in ein Wesen mit Brusthaar und tiefer Stimme, mit Tunnelblick und Scheißegal-Gefühl, sprich in einen Mann.

In mir keimte eine schreckliche Erkenntnis: C19H28O2 ist Schuld an fast allem, angefangen beim Brudermord Kains an Abel, über die Trojanischen Kriege und Schlacht bei Trafalga, bis hin zum Kennedy-Attentat und der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale der diesjährigen Fußball-WM gegen Spanien. Die einen haben zuviel, die anderen zuwenig Testosteron - und schon geht alles schief.

Mir fielen die Erdnüsschen aus dem Mund. „Ich will auch Testosteron“, sagte ich deshalb am folgenden Montag zu meiner Kollegin. Den Damenbart wollte ich dafür gerne in Kauf nehmen. „Was willste denn damit. Dann musst du alle Nase lang irgendjemand ins Bett zerren“, behauptete diese.

Darüber musste ich einen Moment nachdenken. Warum sollte das jemand wollen? Sollte ich meine Bettlektüre künftig etwa laut vorlesen? War es nicht schon eng genug zwischen meinen Federn mit wechselweise Sohn, Tochter, Hund oder Kater (manchmal auch alle gleichzeitig) dazwischen? Dann fiel es mir wieder ein. Da war doch noch mal was anderes, lang, lang ist es her, meldete mir eine versunkene Erinnerung aus dem Kleinhirn. „Na und? Kann doch ganz nett sein“, trotzte ich also zurück. „Das bringt doch alles nichts!“ Meine Kollegin gehört eben auch zu den Testosteron-Geschädigten.

Dennoch, mir war plötzlich vieles klar. Wand war tatsächlich ein armes Opfer seiner Zellprodukte. Ein letztes Aufbäumen vor dem Hormon-Exodus. So ist das, wenn Männer in die Wechseljahre kommen.

Besser fühle ich mich durch dieses Wissen nicht. Im Gegenteil. Wir Frauen werden schließlich für diesen Mangel an Scheiß-Egal-ich-nehme-was-ich-kriegen-kann-Hormonen mit Östrogenen entschädigt. Und die, wer wüsste das nicht, sind schließlich für die zweitschlimmste Geißel der Menschheit, für die Cellulite, verantwortlich. Männer haben Sex, wir Orangenhaut.

10.8.10 13:03

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